Antibakterielle Oberflächen

Gefahren durch Bakterien und Keime lauern überall, angefangen beim heimischen Kühlschrank, über Türgriffe und Angriffsflächen im Sportcenter, Computertastaturen und Spielzeugoberflächen im Kindergarten bis hin zu den superresistenten, gefährlichen Keimen in Kliniken und Krankenhäusern.

Die antiseptischen Eigenschaften von Kupfer, Silber, Emaille und funktionalisierten Sol-Gel-Systemen, also keimtötende Oberflächenbeschichtungen, werden eingesetzt, um in den vielfältigen Bereichen unseres Lebens mehr Sicherheit vor schädlichen Bakterien und Keimen zu erreichen.

So lassen sich mit Hilfe von Kupfer entsprechende Materialeigenschaften und Oberflächenbeschichtungen realisieren. Die Oligodynamie, die schädigenden Wirkungen von metallischen Kationen auf die Lebenskraft organischer Zellen, wird benutzt, um beispielsweise medizintechnische Kunststoffe sowie die Oberflächenbeschichtung von Kühlschränken keimabtötend zu gestalten. Glas, Metall, Plast oder diverse Naturmaterialien lassen sich mit Hilfe effektiver Nano-Technologien mit einer hochdichten Beschichtung versehen.

Neben der antiseptischen Wirkung des Kupfers wird diese Eigenschaft auch bei Silber benutzt. Antibakterielle / antimikrobielle Oberflächen realisiert man durch nanotechnologisches Beschichten oder die Beimischung von Silberpartikeln bei der Produktion verschiedenster Werkstoffen bis hin zu Textilien. Silberionen werden freigesetzt und entfalten ihre antibakterielle Wirkung kontinuierlich.

Die Ausstattung von Gegenständen mit keimtötenden Eigenschaften wird auch mit modernsten Emaillierungsverfahren erreicht. Speziell Aluminium oder Stahl werden mit effizienter moderner Technologie emailliert. Neben der antibakteriellen Beschichtung, die ihrer hohen Dichte wegen auch extrem kratzfest, korrosions, wetter- und temperaturbeständig sowie weitgehend chemisch resistent ist, lassen sich bei Emaille viele Einfärbungen realisieren.

Eine antibakterielle Beschichtung kann transparent und glasähnlich sein. Sie ist mittels verschiedener Verfahren applizierbar. Auch unterschiedlich matte bis hochglänzende und dekorative Oberflächenstrukturen lassen sich erzielen, beim Berühren können diese Oberflächen mit einer weichen, warmen Anmutung versehen werden.

Die nanotechnologischen Verfahren , beispielsweise das Sprühen oder Tauchen, sind flexibel und kostengünstig.

Hygienisch, sinnvoll und effektiv sind die erzielbaren antibakteriellen Materialeigenschaften und Oberflächenbeschichtungen in nahezu allen Bereichen unseres Lebens.

5 Replies to “Antibakterielle Oberflächen”

  1. Werter Artikelschreiber,
    wenn man so liest, was in Krankenhäusern an resistenten Bakterien wuchert, wird es einem ganz anders. Ich verstehe gar nicht, warum die Kliniken da nicht reagieren und zum Beispiel solche beschichteten Schalter und Türgriffe einsetzen. So teuer kann das doch gar nicht sein, oder?

  2. Hallo Stefan
    In der Tat ist da in Krankenhäusern ziemlich was los, was derartige Keime angeht. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass der MRSA-Keim allein in Deutschland jedes Jahr für ca. 500.000 und in Europa für ca. 3Mio Infektionen in Krankenhäusern verantwortlich ist, wovon 50.000 mit dem Tod enden. Teuer sind antimikrobielle Beschichtungen auf Türklinken, Lichtschalter etc. sicher nicht, da geht es um paar Euros. So lange allerdings der Gesetzgeber hier nicht festlegt, dass alles denkbar Mögliche getan werden muß, um diese Infektionsgefahren einzudämmen, wird da nix passieren. Viele Spaß beim nächsten Krankenhausaufenthalt….

  3. Hallo, zusammen!

    Neben der Lamentiererei wie schlimm doch alles ist, wäre ich viel mehr daran interessiert, wer solche Verfahren in der Praxis anbietet.

  4. Wer sich mal multiresistente Keime bei Besuchen auf einer Intensivstation mitgebracht hat, der wird die Überlegungungen nicht als „Lamentieren“ empfinden ! Da hier seit Jahren aber wohl nicht viel geschrieben wurde, machen sich die meisten anscheinend wenig Gedanken um das Problem und mögliche Lösungen….
    Ich werde mal bei Facebook posten, wer Messing / Kupfer Türklinken im Krankenhaus gesehen hat.

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