Deutsche Bahn Cargo – Nr. 1 im Schienengüterverkehr in Europa

Verpackung, Versand und Logistik
Verpackung, Versand und Logistik

Als am 7. Dezember 1835 die erste deutsche Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth eröffnete, ahnte noch niemand, wie rasend schnell sich die neue Technologie durchsetzen würde. Gerade einmal 50 Jahre später maß das Schienennetz in Deutschland schon über 39.000 Kilometer. Das ist beachtlich! Zwischen 1835 und 1885 wurde zudem der Großteil des deutschen Bahnnetzes erbaut, denn aktuell verfügt Deutschland über knapp 42.000 Schienenkilometer und liegt damit weltweit auf Rang 6. Diente die erste Bahnstrecke noch vorwiegend dem Passagiertransport, so werden heute zusätzlich noch rund 300 Millionen Tonnen Güter jedes Jahr befördert. Damit verfügt die Deutsche Bahn über eines der leistungsfähigsten Schienennetze der Welt und bildet im Bereich Schienengüterverkehr sogar mit Abstand die Nummer 1 in Europa. Doch wie zukunftsfähig ist DB Cargo überhaupt?

Die Zukunft des Schienengüterverkehrs anhand aktueller Zahlen

DB Cargo wirbt damit, besonders „sicher, zuverlässig, klimafreundlich“ zu sein und überdies „innovative Logistiklösungen“ zu bieten. Dabei führt die DB Tochter nicht nur rund 4.200 direkte Kundengleisanschlüsse ins Feld, sondern auch den garantiert CO2-reduzierten oder sogar CO2-freien Transport mit Betrieb aus Ökostrom. Doch gerade in den vergangenen beiden Jahren musste DB Cargo auch Verluste in Kauf nehmen: So konnte sie einerseits ihren Marktanteil in Höhe von 22,9 in 2015 im darauffolgenden Jahr nicht verteidigen und musste ein Minus von 0,7 Prozentpunkten hinnehmen. Auch die Zahl der beförderten Güter schrumpfte binnen eines Jahres um 22,8 Millionen Tonnen in 2016. Doch das soll sich nun ändern. So machte DB Cargo Vorstandsvorsitzender Jürgen Wilder im Rahmen der Messe Transport Logistic München erst im Mai 2017 deutlich:

„Wir wollen ab 2018 in Deutschland über den Markt wachsen und langsam verlorene Marktanteile zurückgewinnen.“

Die „digitale Güterbahn“ als Erfolgsstrategie

Als Triebfeder des Erfolgs sieht Wilder die Entwicklung der „digitalen Güterbahn“. Allein bis 2020 sollen rund 40.000 intelligente Güterwagen im Einsatz sein, die durch hochsensible Stoß-, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren mehr Transparenz während der Transportphase bieten. Aber auch die 2.000 neuen TechLoks, die ab 2020 eingesetzt werden, sollen in Zukunft Informationen zu drohendem Verschleiß und anstehenden Reparaturarbeiten liefern. Neben dieser Optimierung von Wartung und Verfügbarkeiten reduziert DB Cargo zudem seine Produktionszentren von neun auf drei. Dadurch wird es möglich, dass ein Team den Zuglauf komplett durchplant. Die Steigerung von Effizienz mittels Automatisierung und Digitalisierung hat jedoch auch ihren Preis: bis 2022 erhöht DB Cargo daher das Investitionsvolumen auf 1,5 Milliarden Euro! Ist die Strategie erfolgreich, dann betritt die DB vielleicht schon bald ähnliches Neuland, wie schon vor mehr als 180 Jahren, als die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland begann. Man darf also gespannt sein, was die Zukunft der Deutschen Bahn bringt.


Gastautor: Daniela Fehrenbacher

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